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Herstellung von Muranoglas

Nimm sechzig Teile Sand, einhundertachtzig Teile Asche aus Meerespflanzen, fünf Teile Kreide - und du erhältst Glas.

Fein gearbeitetes „cristallo“

Die Herstellung des Muranoglases

„Nimm sechzig Teile Sand, einhundertachtzig Teile Asche aus Meerespflanzen, fünf Teile Kreide - und du erhältst Glas.“ So steht es geschrieben auf einer Tontafel des assyrischen Herrschers Ashurbanipal, der von 668 bis 626 v. Chr. lebte. Später, zur Zeit des Mittelalters, wurde die Herstellung von Glas schon etwas differenzierter betrachtet. So hatte lange das Sprichwort der nordeuropäischen Glaszunft bestand, dass „es ein ewig Kreuz“ sei, „fein Glas zu machen.“ Diese Redewendung galt indes nicht für die Glaskünstler, die auf der Inselgruppe Murano ihrem angesehenen Handwerk mit viel Liebe nachgingen. Anders als ihren Kollegen in den Glashütten, die nur das grüne Waldglas herzustellen vermochten, gelang ihnen die Produktion eines kristallklaren Glases ohne Einfärbung.


Murrino, Battuto, Ballotton, Soffiato, Filigrana

Murrino, Battuto, Ballotton, Soffiato, Filigrana

Murano ist die Liebe zur meisterhaften Verarbeitung wertvollen Materials. Endprodukte aus Muranoglas tragen wohlklingende Namen, die, wenn man sie nur hört, eine Ahnung geben von der herrlichen Beschaffenheit der Gläser. Murrino, Battuto, Ballotton, Soffiato oder Filigrana – dies ist nur eine kleine Auswahl der Kunst-Stücke, die in den Glasateliers von Murano kreiert werden. Das Muranoglas durchläuft eine Reihe an kleinteiligen und aufwändigen Prozessen. Der Glasbläser erhitzt und bearbeitet einzelne Glas-Materialien, die er abkühlen muss, um sie erneut mit weiteren Glasbestandteilen garnieren zu können. Oft werden verschiedene Glasschichten mit wahrlich raffinierten Verzierungen aus Gold und Silber oder buntfarbigen Glasteilen aufgewertet. Die meisten Gläser haben eines gemeinsam: sie werden in einzelnen Schichten gefertigt. „Murrine“, so nennt man das Geflecht, die Zierde eines bestimmten Murano-Glasprodukts. Hierbei werden mehrere, farbige Glasstäbe zu einem einzigen Stab bei etwa 1000° Grad verschmolzen. Dieser Stab wird wiederum leicht abgekühlt und daraufhin in hübsche Muster geschnitten. Damit man diese kleinen Blätter mit Gold, Silber und anderen gediegenen Materialien verzieren kann, müssen sie im Ofen neu aufgeschmolzen werden. Im Kühlraum erfolgt später der Endprozess des so genannten Murrinaglases. Ein langwieriger Prozess, der echte Könnerschaft und feines Fingerspitzengefühl erfordert.


Weitere Techniken der Murano-Glaskunst:

Lampenarbeit (vetro a lume): Hier werden einzelne Glassorten miteinander verschmolzen. Aus dieser Vermengung ergeben sich viele Kombinationen von Formen und Farben. Der Glaskünstler aus Murano bläst das Glas mit einem Eisenrohr über einer offenen Gasflamme. Er verschmilzt einen Glasstab mit Teilen aus Gold, Silber oder der Verzierung eines Murrinaglases. Auf diese anspruchsvolle wie künstlerische Weise entstehen in den Glashütten allerlei Schmuckstücke wie Ringe, Ketten oder Perlen.

Bei der Herstellungsmethode des gravierten oder mundgeblasenen Glases (filigrana) werden die farbigen Stäbe so lange geschmolzen und über dem Feuer gedreht, bis ästhetische Formen und charmante Muster entstehen.

Arbeit auf Glasplatten: Der Glaskünstler komponiert in liebevoller Detailarbeit verschiedene Glasschichten, die, übereinandergelegt und verschmolzen, neue Formen ergeben. Auf einer Glasplatte werden vorgefertigte Materialien und Muster angeordnet (z.B. Gold- und Silberfolien oder bunte Glasstücke). Danach legt der Künstler eine weitere Muranoglasscheibe auf die erste. Die Kombination aus diesen zwei Platten geht für mehrere Stunden in den Ofen. Später können die verschmolzenen Platten mit viel Phantasie und Geschick neu angeschnitten werden. Bilderrahmen, Schmuck, Anhänger und Teller werden auf diese Art und Weise gefertigt.